Präsidentschaftswahl 2020: die Ausgangslage

Beiträge 201 - 210 von 232
  • RE: Kamikazekurs

    drui (MdPB), 11.05.2020 20:32, Antwort auf #200

    Du hast ja Recht, aber ich bin eben sehr misstrauisch und auch recht zynisch, was US-Politik und US-Wähler angeht. Ich habe denen jeweils zwar recht viel Dummheit, aber auch der Mehrheit einen Grundstock an Intelligenz zugetraut und bin regelmäßig eines Besseren belehrt worden, nämlich dass die Mehrheit der US-Wähler wiederholt falsche Entscheidungen gegen ihre Interessen trifft und nichts daraus lernt.

    40% der Amis sind ja auch ohne Trumps Einfluss schon mal hoffnungslos verloren für die reale Welt oder Wissenschaft:

    https://news.gallup.com/poll/261680/americans-believe-creationism.aspx

    Es könnte vielleicht auch funktionieren, wenn die Wahl in drei Wochen wäre. Aber bis November sind es noch sechs Monate;

    Sorry, aber sechs Montate ist nun wirklich kein Zeitraum, den Donald jemals überblicken könnte. Er denkt eher "carpe diem" oder auch "carpe noctem".

    Trump hat im Wahlkampf ein paar klare Vorteile: Er denkt ausschließlich an sich, hat keinerlei Emphatie und muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Das heißt, keiner kann einen schmutzigeren und härteren Wahlkampf führen als er, und nach den vergangen Jahren und dem Freibrief durch die GOP müsste er sich nun nicht mal mehr formal von Putin, Wahlbetrug oder Korruption distanzieren. Vorbei ist die Sache noch lange nicht. Wenn die Demokraten schön brav bleiben und sich die Schuld für die Coronatoten bzw. die miese ökonomische Lage in die Schuhe schieben lassen (zuzutrauen ist es ihnen), kann Trump immer noch gewinnen.

  • RE: Kamikazekurs

    Wanli, 11.05.2020 21:02, Antwort auf #201

    Trump hat im Wahlkampf ein paar klare Vorteile: Er denkt ausschließlich an sich, hat keinerlei Emphatie und muss auf niemanden Rücksicht nehmen.

    Das völlige Fehlen von Empathie - der Mann tweetet mitten in der Pandemie ja am liebsten darüber, wie übel ihm angeblich wieder mitgespielt wird; Worte des Mitgefühls für die Coronatoten oder solche des Lobes für Leute, die nicht die Initialen D.T. tragen kann man mit der Lupe suchen - ist ja nicht unbedingt ein Vorteil im Wahlkampf, frag bei Bedarf mal die politischen Gegner von Bill "I feel your pain" Clinton.

    Das heißt, keiner kann einen schmutzigeren und härteren Wahlkampf führen als er, und nach den vergangen Jahren und dem Freibrief durch die GOP müsste er sich nun nicht mal mehr formal von Putin, Wahlbetrug oder Korruption distanzieren. Vorbei ist die Sache noch lange nicht.

    Meine Güte, unterschätzen soll man Drumpf selbstredend nicht und er hat schon noch den ein oder anderen Trumpf im Ärmel. Niemand wird glauben, dass der Wahlsieg ein Spaziergang wird. Aber das ist ja auch schon ein Plus für die Demokraten, dass die Basis da nämlich wirklich brennt. Und der zu erwartende Schmutz: Bislang hat das Weiße Haus da ja in Bezug auf Biden schon einiges versucht, aber es scheint nicht wirklich was hängenzubleiben.

    Zudem muss man sich immer wieder vor Augen führen, wie knapp und glücklich Drumpfs Sieg 2016 war und dass auch nicht alle damaligen WählerInnen beinharte "Deplorables" waren. Man hat in den Geschäftsmann aus New York alles mögliche hineinprojiziert und viele werden da enttäuscht sein. Hier mal ne lesenswerte Reportage aus dem Mittlern Westen:

    “A lot of voters wanted to believe Trump – that out there in Washington it’s all BS, and that a savvy businessman could straighten it out,” Custer said.

    It’s hard for many to admit that it didn’t work out. A tragic comedy of lawlessness mixed with buffoonery nears its epilogue. [...]

    Folks from Milwaukee to Muskegon were having their misgivings before the pandemic shut us down in March. Trade wars with China, Mexico, Canada and Europe knocked the wind out of steel wheels and soybean prices. Workers at John Deere, the huge tractor builder, were getting pink slips in Davenport. Ethanol plants were idled. Farmers in north-west Iowa’s Sioux county, where Trump took 90% of the vote, said last fall they would not vote for him again. [...]

    Trump’s approval ratings sank underwater in key midwestern swing states he won: Michigan, Wisconsin and Iowa. Any number of polls showed Trump and Joe Biden in a dead heat in about a dozen purple states, or with Biden in a comfortable lead. Bluster and blunder were coming home to roost.

    Then the pandemic that Trump ignored hit and the bottom dropped out. [...]

    A reckoning is due for incompetence and neglect. Farmers are disconsolate. Every dairy worker suicide resonates. Hogs are backed up when one of the huge, consolidated slaughterhouses goes down for lack of healthy help. Producers are left to shoot them and bury them. People in nice SUVs line up for free food. It makes everyone nauseous. Everyday people can’t understand why NBA players can get tested but packinghouse workers ordered to keep the pork loins rolling can’t. Rural communities prone to vote Republican live under a cloud of fear that virus from immigrant workers will spread to them – that the health of your neighbor is in fact your health. Immigrants become human, and their treatment is realized as shameful. We’re waking up, all right. When 30 million people can’t get through to the unemployment system, and half of them lose their health insurance by fall, incumbents should cover their flanks.

    https://www.theguardian.com/us-news/commentisfree/2020/may/11/midwesterners-were -already-doubting-trump-covid-could-seal-his-political-fate

    Am Wochenende hat sich Obama zum ersten Mal wirklich in den Wahlkampf eingeschaltet, während er den vor vier Jahren als amtierender POTUS ja weitgehend ausgesessen hatte. Diesmal nimmt der populäre Ex-Präsident kein Blatt mehr vor den Mund.

    https://www.vox.com/policy-and-politics/2020/5/9/21253187/obama-trump-coronaviru s-response-chaotic-disaster-private-biden-call

    Russen hin, milliardenschwere Desinformationskampagne her: Momentan sieht es schon recht düster aus für den Orangenen.

  • RE: Kamikazekurs

    saladin, 12.05.2020 09:34, Antwort auf #202

    wieviele amerikanische WÄHLER werden persönlich ein opfer (also verstorben oder mit offensichtlich schlimmen schäden) von covid 19 kennen?

    und wieviele davon sind nicht eh schon demokraten und darüber hianus bereit sich umzuentscheiden und nicht trump zu wählen?

    ind bis herbst vergeht noch viel zeit und bis dahin kann man viel vergessen und sich an vieles gewöhnen.

    tja, ich befürchte dass in der usa covid weniger entscheidend sein wird, die daraus resultuerende wirtschaftskriese schon eher

    ich erwarte mir teilweise einen schmutzigen "sozialschmarotzer"-wahlkampf (wir aufrechten weissen männer arbeiten und die schwarzen/latino/ausländer-schmarotzer und die blauen staaten wollen handouts)

    hat zwar mit der wahrheit nichts zu tun - aber das hat weder trump, noch die reps noch ihre wähler jemals gestört

    wie in einem anderen post von mir geschrieben: ja derzeit liegt joe und liegen die dem-senatoren in führung und könnten gewinnen, aber bis herbst ist noch viel zeit und von einem trump-sieg bis zu einem erdrutschsieg der dems (theoretisch sind mehr als 10 senatssitze wackelig) ist noch alles möglich

  • Realitätscheck

    Wanli, 13.05.2020 19:28, Antwort auf #203

    wieviele amerikanische WÄHLER werden persönlich ein opfer (also verstorben oder mit offensichtlich schlimmen schäden) von covid 19 kennen?

    TPM wollte von seinen Lesern wissen, welcher Moment sie dazu bewogen habe, sich wegen Covid-19 ernsthafte Sorgen zu machen. Der Editor und viele Leser sind sich einig, das sei ein Podcast der New York Times mit einem Epidemiologen am 27.2. gewesen: Dieser sagte, die neue Seuche werde an die Spanische Grippe herankommen; nicht jeder werde sterben, aber jeder werde jemanden kennen, der gestorben sei.

    https://talkingpointsmemo.com/edblog/the-big-picture-11

    Die amerikanische Bundesregierung scheint momentan tatsächlich darauf hinzuarbeiten, die Berechnung der Opferzahlen zu verändern.

    President Donald Trump and members of his coronavirus task force are pushing officials at the Centers for Disease Control and Prevention to change how the agency works with states to count coronavirus-related deaths. And they’re pushing for revisions that could lead to far fewer deaths being counted than originally reported, according to five administration officials working on the government’s response to the pandemic.

    https://www.thedailybeast.com/team-trump-pushes-cdc-to-dial-down-covid-death-cou nts?ref=home

    Aber dagegen wird es Einspruch geben; Drumpfs oberster Seuchenbekämpfer Anthony Fauci hat bei seiner gestrigen Anhörung vor dem Senat ja auch glasklar gesagt, die offizielle Zahl sei eher zu niedrig als zu hoch.

    He said he's not sure "exactly what percent higher" the real death toll could be. "But almost certainly it's higher," he added. At the time of the hearing, the US death toll was just over 81,000.

    https://edition.cnn.com/2020/05/13/politics/key-moments-fauci-hearing/index.html

    Und das Virus rückt halt immer weiter in das rote Herz des Landes vor; auch dort werden tatsächlich bald viele Millionen ein oder mehrere Seuchenopfer namentlich gekannt haben.

    In a 7 May report, obtained by NBC News, the list of top 10 surge areas included Nashville, Tennessee; Des Moines, Iowa; Amarillo, Texas; Racine, Wisconsin; Garden City, Kansas, and Central City, Kentucky – a predominantly white town of 6,000 people which saw a 650% week-on-week increase. Muhlenberg county, where Central City is located, has voted Republican in every presidential election since 2004, with Trump winning 72% of votes in 2016 – the biggest ever victory for the party. [...]

    Dakota county, where about 84% of the 20,000 habitants are white, has an infection rate of 7,147 per 100,000 – the second-highest per-capita rate in the US. The governor of Nebraska, where Trump won almost 59% of the vote in 2016, is among eight who never issued statewide stay-at-home orders.

    The meatpacking industry is linked to several emerging hotspots in the Texas panhandle, a semi-rural region consisting of the 26 northernmost counties, where Trump won 79.9% of the vote in 2016 and his party dominates every level of government.

    Moore county has by far the highest infection rate in Texas, with 2,413 cases per 100,000 as of Tuesday. Here, the death rate is 41 per 100,000 people – 10 times higher than the state average.

    https://www.theguardian.com/world/2020/may/13/new-us-coronavirus-hotspots-republ ican-heartland-areas

  • Tara Reade Case

    drui (MdPB), 16.05.2020 14:24, Antwort auf #204

    Ist da was dran? Biden sagt "“there is no truth to it. I promise you.” und: "I wouldn’t vote for me if I believed Tara Reade".

    Politico hat einen Artikel über Tara Reade und was Leute sagen, die sie näher kannten:

    https://www.politico.com/news/2020/05/15/tara-reade-left-trail-of-aggrieved-acqu aintances-260771

    Kurz: Sie wäre manipulativ bis kriminell, immer knapp bei Geld und hat stets positiv über Biden gesprochen. 2012 hat sie Privatinsolvenz angemeldet.

    Das Problem der Dems ist, dass sie so bescheurt sind, angeblich sexuell ausgebeuteten Frauen immer zu glauben und sie nie hart anzugehen, denn das könnte weibliche Wähler verschrecken. Auch eine Folge von "me too".

  • RE: Tara Reade Case

    Mirascael, 16.05.2020 20:22, Antwort auf #205

    Das Problem der Dems ist, dass sie so bescheurt sind, angeblich sexuell ausgebeuteten Frauen immer zu glauben und sie nie hart anzugehen [...]

    Die Dems wollten das doch nicht anders , schliesslich hat die Obama-Administration ganz bewusst rechtsstaatliche Prinzipien über Bord geworfen:

    New Title IX Regulations Protect the Innocent

  • RE: Tara Reade Case

    gruener (Luddit), 17.05.2020 00:39, Antwort auf #205
    Das Problem der Dems ist, dass sie so bescheurt sind, angeblich sexuell ausgebeuteten Frauen immer zu glauben und sie nie hart anzugehen, denn das könnte weibliche Wähler verschrecken. Auch eine Folge von "me too".

    wie war das noch gleich, mit dem missbrauch des missbrauchs?

    man müsste jetzt wiglaf droste noch fragen können... danach, wie es ihm einst ergangen ist, als er es gewagt hat, eine glosse zu eben selbigem thema zu schreiben und zu veröffentlichen.

    es ist nicht allein ein problem der dems. und die problematik ist ncht allein auf den bereich des sexuellen missbrauchs beschränkt. die "me-too"-bewegung ist an der stelle keine ausnahme, sondern mittlerweile leider die regel. so wie einige in jeder männlichen person einen potentiellen vergewaltiger wittern, erkennen andere in jedem reiligionskriiker sofort die islamophobie oder vermuten hinter jedem, der etwas vermeintlich "alternativloses" nicht als alternativlos hinnehmen möchte, einen latent-nazi. die themen sind vielfältig und variabel, das prinzip der diskreditierung bleibt hingegen fast immer gleich.

  • Das Patriarchat leidet / Leichen im Keller

    Wanli, 17.05.2020 11:10, Antwort auf #207

    Zunächst mal gibt es neben Reades offenbar doch etwas dubiosem Charakter einen weiteren Grund, warum die anschuldigungen bislang kaum eine Wirkung entfalten: Reade steht damit allein auf weiter Flur. PBS hat über siebzig Leute befragt, die mal für Biden gearbeitet haben, die allermeisten davon Frauen; niemand aus dieser Gruppe konnte sich erinnern, dass man von Biden als sexuell übergriffig gesprochen habe - jenseits der allgemein bekannten Angewohnheit, Gesprächspartnern beiderlei Geschlechts und jeden Alters gern ziemlich nah auf die Pelle zu rücken.

    Over his decades-long career in the Senate, former Vice President Joe Biden was known as a demanding but fair and family-oriented boss, devoted to his home life in Delaware and committed to gender equality in his office.

    He was not on a list of “creepy” male senators that female staffers told each other to avoid in the elevators on Capitol Hill.

    Yet Biden, now the presumptive Democratic presidential nominee, was also a toucher, seemingly oblivious to whether physical contact made some women uncomfortable. That behavior has persisted in recent years. Biden is now facing fresh scrutiny after a former aide in March charged that he sexually assaulted her when she worked in his Senate office in the early 1990s, an allegation Biden has categorically denied.

    The PBS NewsHour spoke with 74 former Biden staffers, of whom 62 were women, in order to get a broader picture of his behavior toward women over the course of his career, how they see the new allegation, and whether there was evidence of a larger pattern.

    None of the people interviewed said that they had experienced sexual harassment, assault or misconduct by Biden. All said they never heard any rumors or allegations of Biden engaging in sexual misconduct, until the recent assault allegation made by Tara Reade.

    https://www.pbs.org/newshour/politics/what-74-former-biden-staffers-think-about- tara-reades-allegations

    Das deckt sich auch mit der Aussage von Obamas - extrem fähigem - Wahlkampfmanager David Axelrod, der anmerkt, man habe sämtliche KandidatInnen für die Position des Vizepräsidenten sehr gründlich auf alle möglichen Leichen im Keller abgeklopft, nicht nur Dokumente gesichtet, sondern auch in der Gerüchteküche in Washington herumgestochert - und im Falle von Biden nichts gefunden.

    The comprehensive vet certainly would have turned up any formal complaints filed against Biden during his 36-year career in the Senate. It did not. The team would have investigated any salacious rumors of the sort that travel far and wide in Washington. There were none.
    While I was not on the vetting team, as senior strategist to the campaign, I was briefed on their work and potential problems.
    Through that entire process, the name Tara Reade never came up. No formal complaint. No informal chatter. Certainly, no intimation of sexual harassment or assault from her or anyone else. The team of investigators, expert in their work, would not have missed it.

    https://edition.cnn.com/2020/05/01/opinions/biden-tara-reade-allegations-2008-ve tting-axelrod/index.html

    Da Männer in Machtpositionen, die Frauen gegen ihren Willen bedrängen, angrabschen oder gar vergewaltigen, ja im Allgemeinen Serientäter sind, deutet im Moment alles darauf hin, dass Reades Anschuldigungen eher unglaubwürdig sind.

    Das Problem der Dems ist, dass sie so bescheurt sind, angeblich sexuell ausgebeuteten Frauen immer zu glauben und sie nie hart anzugehen, denn das könnte weibliche Wähler verschrecken. Auch eine Folge von "me too".

    Druis Post hat mich kurz verwirrt, da ich normalerweise immer nicken kann, wenn er etwas schreibt; diesmal jedoch emphatisches Kopfschütteln. Ueber die letzten Jahre haben viele Politiker zurücktreten müssen wegen sexueller Belästigung oder entsprechenden Fehlverhaltens. Mir ist eigentlich nur ein Fall bekannt, wo man anzweifeln könnte, dass dieser Rücktritt wirklich notwendig war: der des demokratischen Senators Al Franken. Und auch da kann man wie gesagt durchaus geteilter Meinung sein.

    Man sollte Vorwürfe immer gründlich prüfen, bevor man nach Konsequenzen ruft, aber eine Rückkehr zur guten alten Zeit, als - siehe den PBS-Artikel oben - weibliche Senatsangestellte sich untereinander Listen zuflüsterten von Männern, mit denen man besser nicht allein im Aufzug fährt: bitte nicht. In diesem Zusammenhang kann ich damit leben, dass der reaktionäre Teil der Männerwelt dann der Vergangenheit hinterhertrauert mit ihren Möglichkeiten, der Sekretärin bei jeder Gelegenheit den Hintern zu tätscheln oder im Arbeitsvertrag nicht vorgesehene sexuelle Zusatzleistungen einzufordern.

    Biden hat absolut richtig reagiert, hat ein Interview zu den Vorwürfen gegeben und dabei darauf verzichtet, direkt Reades Charakter anzugreifen.

    Das sollte in jedem Fall die Reaktion sein, ganz besonders jedoch in Bidens Fall, denn der ist beim Thema sexueller Belästigung ja tatsächlich angreifbar, auch wenn man ihm keine direkte Täterschaft unterstellt: Er hat 1991 als Vorsitzender des Justizausschusses im Senat die Anhörung des Kandidaten für den Supreme Court Clarence Thomas organisiert, bei der eine Frau namens Anita Hill den Vorwurf erhob, Thomas habe sie sexuell belästigt; in dieser Funktion hat er die Berufung von Zeugen abgebügelt, die Hills Aussage wohl unterstützt hätten, und hat zugesehen, wie seine republikanischen Kollegen Hill als Schlampe und Erotomanin darstellten.

    While every lawmaker on the committee had his own dedicated time to ask questions, Hill supporters noted that Biden was the one overseeing all of the proceedings and could have used his authority to step in. “The Republicans metaphorically stoned Anita Hill, while the Democrats, Biden being the gatekeeper, let it happen,” Angela Wright Shannon, an EEOC employee who also raised allegations against Thomas, told Roll Call.

    https://www.vox.com/policy-and-politics/2019/3/27/18262482/joe-biden-anita-hill- 2020-christine-blasey-ford-brett-kavanaugh

    Vor diesem Hintergrund ist es besonders irrwitzig, Joe Biden zu einem Angriff auf Reades Charakter zu raten, so dubios der auch sein mag. Die Wähler, die darauf stehen, wenn Frauen barsch abgekanzelt und beleidigt werden, wenn sie von sexuellen Uebergriffen berichten, sind mit dem derzeitigen POTUS schon sensationell gut bedient, Biden sollte einen anderen Ton anschlagen.

    Trump weighed in after Biden’s denial, which marked the Democrat’s first public statement on the matter. “I would just say to Joe Biden, ‘Just go out and fight it,’” Trump said in an interview with conservative radio host Dan Bongino.

    https://www.cnbc.com/2020/05/01/trump-tells-biden-to-fight-tara-reade-sexual-ass ault-allegation.html

    Dons Zustimmungswerte unter Frauen sind grottenschlecht, Joe sollte ihm nicht nacheifern, indem er selbst mit Schmutz wirft.

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-01-24/trump-s-approval-remains-far- higher-among-men-than-women

  • RE: Das Patriarchat leidet / Leichen im Keller

    drui (MdPB), 17.05.2020 15:11, Antwort auf #208

    Vor diesem Hintergrund ist es besonders irrwitzig, Joe Biden zu einem Angriff auf Reades Charakter zu raten, so dubios der auch sein mag. Die Wähler, die darauf stehen, wenn Frauen barsch abgekanzelt und beleidigt werden, wenn sie von sexuellen Uebergriffen berichten, sind mit dem derzeitigen POTUS schon sensationell gut bedient, Biden sollte einen anderen Ton anschlagen.

    Ich würde da unterscheiden wollen zwischen Biden bzw. dessen Team und den Dems. Natürlich soll Biden die Frau nicht persönlich angreifen und da hat er alles richtig gemacht. Und niemand muss lügen bzw. Charaktermord betreiben. Aber warum wird Reades Vergangenheit erst jetzt beleuchtet? Ihre Behauptungen sind ja schon gut sechs Monate alt bzw. über ein Jahr, in der Zeit ist es keinem Demokraten und kaum einen Journalisten eingefallen, der Sache mal näher auf den Grund zu gehen? Man hätte den "Fall" schon im letzten Jahr beenden können und wahrscheinlich müssen, stattdessen gibt man der Dame über lange Zeit die Möglichkeit, ihre offensichtlich frei erfundene Geschichte zu Geld zu machen und nebenbei Trump bzw. vorher Sanders zu helfen.

    Man vergleiche das mal mit dem Vorgehen Trumps oder Kavanaughs. Ich sage nicht, dass deren Strategie besser ist, aber sie hat ihnen offensichtlich nicht geschadet, und bei allen Fällen gilt: Irgendwas bleibt immer hängen, egal was passiert ist.

    Man sollte Vorwürfe immer gründlich prüfen, bevor man nach Konsequenzen ruft, aber eine Rückkehr zur guten alten Zeit, als - siehe den PBS-Artikel oben - weibliche Senatsangestellte sich untereinander Listen zuflüsterten von Männern, mit denen man besser nicht allein im Aufzug fährt: bitte nicht. In diesem Zusammenhang kann ich damit leben, dass der reaktionäre Teil der Männerwelt dann der Vergangenheit hinterhertrauert mit ihren Möglichkeiten, der Sekretärin bei jeder Gelegenheit den Hintern zu tätscheln oder im Arbeitsvertrag nicht vorgesehene sexuelle Zusatzleistungen einzufordern.

    Verstehe mich nicht falsch, prüfen sollte man immer, aber nicht nur den Beschuldigten, sondern auch die Beschuldiger bzw. Zeugen. Das Leiden des Patriarchats ist mir genauso egal wie Dir, aber bisweilen gilt in liberalen bzw. feministischen Kreisen beim Straftatbestand sexuelle Belästigung statt der Unschuldsvermutung die Schuldvermutung, was dann zu so skurrilem Verhalten führt wie das von Alice Schwarzer im Kachelmann-"Fall".

  • Miese Verräter / Rating der Demoskopen

    Wanli, 23.05.2020 11:51, Antwort auf #209

    FOX News mit einer aktuellen Umfrage:

    Drumpf ist verwirrt: FOX ist doch auf seiner Seite, wie können die solche Zahlen publizieren?

    Many will disagree, but @FoxNews is doing nothing to help Republicans, and me, get re-elected on November 3rd. Sure, there are some truly GREAT people on Fox, but you also have some real “garbage” littered all over the network, people like Dummy Juan Williams, Schumerite Chris...

    ....Hahn, Richard Goodstein, Donna Brazile, Niel Cavuto, and many others. They repeat the worst of the Democrat speaking points, and lies. All of the good is totally nullified, and more. Net Result = BAD! CNN & MSDNC are all in for the Do Nothing Democrats! Fox WAS Great!

    https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1263537553073942528

    https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1263537560829255686

    EDIT

    Hab mich gefragt, ob Drumpfs Abneigung gegen die Umfragen auf FOX News komplett spinnert ist oder vielleicht einen nachvollziehbaren Grund hat: eine gute Gelegenheit, seit langem mal wieder einen Blick auf die Beurteilung einzelner Umfrageinstitute durch 538 zu werfen.

    Siehe da: Die FOX-Polls haben laut Nate Silver tatsächlich einen leichten Bias zugunsten der Demokraten, welche hier relativ konstant leicht überschätzt werden. Das ändert allerdings nichts daran, dass das verantwortliche Institut mit der Note A- insgesamt positiv beurteilt wird. Unter den Demoskopen der amerikanischen Fernsehsender schneiden die von ABC (in Kooperation mit der Washington Post) mit A+ am besten ab, dann folgt CBS (mit der New York Times, A). NBC (mit dem Wall Street Journal) liegt gleichauf mit FOX, das Schlusslicht bildet CNN (B+ und damit immer noch einen Tacken besser als Gallup oder YouGov).

    https://projects.fivethirtyeight.com/pollster-ratings/

    Vielleicht ganz interessant: Wenn 538 aus verschiedenen Umfragen zum Beispiel einen Zustimmungswert zu Trumps Regierungsführung ermittelt, werden diese Ratings zur Gewichtung der einzelnen Erhebungen verwendet, der House Effect der einzelnen Institute (der die Ergebnisse konstant zugunsten einer der beiden Parteien verzerrt) wird herausgerechnet. Anstatt der Zahlen der oben angeführten Umfrage würde also eher mit 47 zu 41 gerechnet.

    https://projects.fivethirtyeight.com/trump-approval-ratings/?ex_cid=rrpromo

    Die Konkurrenz von RCP dagegen mittelt schlicht die Werte der letzten Umfragen.

    https://www.realclearpolitics.com/epolls/other/president_trump_job_approval-6179 .html

    Beim Blick auf die Zustimmungswerte des Dons fällt mal wieder ins Auge, wie unglaublich konstant diese sind verglichen mit den Werten aller übrigen Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg.

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