Republikanische Vorwahlen 2016: Butter bei die Fische

Beiträge 31 - 40 von 207
  • Letzte Meldungen und ne Mini-Prognose (aus dem Bauch raus)

    Wanli, 09.02.2016 21:53, Antwort auf #30
    #31

    So, was gibt es noch zu sagen? In New Hampshire rechnet man offenbar mit einer Rekord-Wahlbeteiligung:

    The New Hampshire secretary of state predicted a record turnout for Tuesday’s presidential primary election. Election officials said that they were pleased with strong early-morning crowds.

    http://www.wmur.com/politics/voters-turn-out-in-droves-at-polling-locations-acro ss-new-hampshire/37900470

    Auf der Seite des Lokalsenders finden sich auch die aktuellen Ergebnisse; Dixville war nicht das einzige winzige Kaff, das früher abstimmen durfte als der Rest (das ist übrigens nur wirklich kleinen Ortschaften gestattet); momentan liegen Trump, Kasich und Cruz gleichauf mit je neun Stimmen. Putzig, dass die Seite schon jetzt einen Durchschnitt angibt. ^.^

    http://www.wmur.com/politics/2016-full-new-hampshire-presidential-primary-electi on-results/37649066

    538 hat selbstredend einen Beitrag über den Stand der einzelnen Kandidaten vor Beginn der Abstimmung.

    http://fivethirtyeight.com/features/whats-at-stake-in-new-hampshires-republican- primary/

    Auch ElectoralVote widmet sich noch einmal dem Bewerberfeld, man äußert Einschätzungen (wenn auch nicht auf der Basis eines ausgefeilten, aber in diesem Jahr noch kaum getesteten Modells wie 538), stellt aber auch fest:

    Then, there's the Republican side, where there are so many X factors that no pollster, prognosticator, or pundit can make a meaningful prediction as to what will happen.

    http://www.electoral-vote.com/evp2016/Pres/Maps/Feb09.html#item-1

    Trader, die bereits mitzählen, wie viele Delegierte die einzelnen Kandidaten sich sichern können, finden dort bei ElectoralVote auch eine Information, die mir neu war: Bleiben Kandidaten unter 10%, dann bekommen sie gar keine Delegierten, stattdessen gehen besagte Delegierte an den Kandidaten, der insgesamt am besten abgeschnitten hat - an den Sieger also.

    By RNC rules, New Hampshire (like any state that goes before March 15) must award its delegates proportionally. However, only a candidate who clears 10% of the vote in New Hampshire receives delegates; anyone who comes in at less than 10% has their votes/delegates awarded to the overall winner. If Trump receives 30% of the vote, that would entitle him to 6 delegates. If, say, Jeb Bush and and Gov. Chris Christie (R-NJ) each take 9%, and Carly Fiorina and Ben Carson each take 4%, then the Donald would add another 26% of the vote and another 5 delegates to his total, nearly doubling his tally.

    Wer mehr zu Rubios Kandidatur lesen möchte, mag den folgenden Artikel studieren, der sich mit der Frage beschäftigt, warum Marco für Republikaner aus unterschiedlichen Lagern attraktiv ist (oder war - man wird sehen):

    https://newrepublic.com/article/129479/will-marco-rubios-fragile-appeal-shattere d-new-hampshire?utm_medium=social&utm_source=nfrb&utm_campaign=20160209

    Schließlich feiert die New Republic einen Motivwagen des Düsseldorfer Karnevals, der Trump auf die Schippe nimmt:

    https://newrepublic.com/minutes/129462/germans-trolling-donald-trump-hilarious-c arnival-float

    ich finde den kurzfristige surge von Christie in unserem NH Markt ganz schön spannend ! Mal gucken ob wir wieder mal besser als 538 sein werden.

    Um Prognosen hab ich mich ja herumgedrückt, aber so ganz kann ich's doch nicht lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Donald wieder unter dem Umfragenschnitt bleibt, der auf RCP momentan bei 31,2 liegt. Ich glaube, dass Trump am Ende eher einen Wert erreicht, wie wir (oder auch 538) ihn vorhersagen. Es sollte trotzdem für den Sieg reichen, aber er fällt mMn weniger bombastisch aus.

    Wenn man ein wenig durch's Netz surft, dann scheint der Kandidat, dem man am ehesten zutraut, besser als gedacht abzuschneiden, John Kasich zu sein. Gut möglich, aber auch Jeb! wird zugetraut, für eine Überraschung zu sorgen. Beide haben ne Menge Zeit und Geld in den Staat investiert und wohl auch eine ordentliche Organisation (im Gegensatz zum Donald).

    Etwas ungewöhnlicher: Ich persönlich traue auch Cruz ein Ergebnis zu, das besser ist als die 13%, die er bei uns erhält, oder die 12% auf 538 / 11,8% im RCP-Average. Ich bin da wohl etwas voreingenommen, denn

    (a) ich hab das schleimig-fiese Wiesel mittlerweile irgendwie liebgewonnen;

    (b) ich würde gern sehen, wie die republikanischen Eliten ins Rotieren kommen, wenn der verhasste Senator - ein Monster, das sie mit ihrer Brutalopposition und Brachialrhetorik zu einem guten Teil selbst geschaffen haben - starke Ergebnisse einfährt;

    (c) ich bin ja letztendlich für die Demokraten und ein Ted als republikanischer Kandidat würde denen das Leben erleichtern.

    Vermutlich bin ich also etwas voreingenommen, aber Cruz hat immerhin ne State-of-the-Art-Organisation: viele Freiwillige und eine Analyseabteilung samt Wählerdatenbank und passgenau auf einzelne Bürger zugeschnittenen Botschaften. Zudem hat er sich in letzter Zeit ziemlich um Ron- oder Rand-Paul-Veteranen bemüht, auch wenn Ron selbst ihn erklärtermaßen nicht als seinen Erben sehen mag.

    Letztendlich beruht meine optimistische Prognose hinsichtlich Teds aber natürlich vor allem auf ner gehörigen Portion Bauchgefühl - wir alle stochern nur im Nebel.

  • RE: Letzte Meldungen und ne Mini-Prognose (aus dem Bauch raus)

    drui (MdPB), 09.02.2016 23:00, Antwort auf #31
    #32

    (a) ich hab das schleimig-fiese Wiesel mittlerweile irgendwie liebgewonnen;

    Ich nehme an, Deine Wieselliebe ist direkt proportional zum Anteil der Cruz-Aktie gestiegen...

    Ich wollte eigentlich etwas zur Verteidigung von Wieseln sagen, die ungerechterweise mit dem schleimigen Cruz verglichen wurden, aber das ist gar nicht so einfach. Sie sind Einzelgänger, nachtaktiv (und dann fast ausschließlich am jagen), Geschlechtspartnerwerbung und Paarung dauern nur ein paar Stunden, dann sind sie wieder weg (so dass z.B. Töchter keine engere Beziehung aufbauen können), gleichgeschlechtliche Artgenossen werden entschlossen verjagt (ein Vorteil für Cruz bei den Vorwahlen? Ein Nachteil gegenüber Clinton?), sie ernähren sich ausschließlich durch Fleisch (maschinengewehrgebraten) und markieren ihr Gebiet mit Analydrüsensekret. Also passt der Vergleich wohl ganz gut.

    In NH denke ich wird er nicht über 15% hinauskommen. Aber wenn er besser abschneidet als allgemein erwartet, dürfte er wie in Iowa wieder einen Aufmerksamkeitsbonus bekommen.

  • RE: Cruz, Kasich und Trump gleichauf

    Dominique Kupfer, 10.02.2016 01:24, Antwort auf #29
    #33

    Da schließe ich mich Wanli mal an: Ist nur eine Momentaufnahme, 1% der ausgezählten Stimmen (oder wohl eher weniger) auf der Politico-Ergebnis-Seite:

    http://www.politico.com/2016-election/results/map/president/new-hampshire

    Demnach hätten Crutz, Trump und Kasich je 9 Deligierte, Christie 3, Bush 2, Rubio2, Fiorina, Carson und selbst der ausgeschiedene Paul einen...

    Und bei den Demokraten steht Mark S. Greenstein von der "Live Free or Die Alliance" bei 2 Deligierten...

    STIMMEN - nicht Delegierte.

    Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

  • Wieselliebe

    Wanli, 10.02.2016 01:32, Antwort auf #32
    #34

    Ich nehme an, Deine Wieselliebe ist direkt proportional zum Anteil der Cruz-Aktie gestiegen...

    Nö, oder zumindest nicht nur deswegen. Ich hab auch ne Menge Rubioaktien, aber den Marco fand ich nie so großartig wie den Mini-Machiavelli aus Texas, der sich erkennbar für den cleversten politischen Strippenzieher aller Zeiten hält, einerseits den guten Christen gibt und sich andererseits für keinen miesen Trick zu schade ist. Arrogant und selbstverliebt bis zum Anschlag, aber dabei stets mit einem demütig-keuschen Augenaufschlag: Cruz müsste man erfinden, wenn es ihn nicht schon gäbe - einfach unterhaltsam, der Bursche.

    Derweil trudeln erste Zahlen von Exit Polls rein: Bislang bezeichnen sich ungefähr 75% der diesjährigen republikanischen Vorwähler als konservativ (oder sehr konservativ), 2012 waren es nur 53% - das lässt mich als Wieselfreund doch hoffen. Fast die Hälfte gab an, sich erst in den letzten paar Tagen entschieden zu haben, bei den Demokraten galt das dagegen nur für jeden Fünften. 50% wären zufrieden mit einem Präsidentschaftskandidaten Trump, jeweils 40% mit Cruz oder Rubio.

    http://abcnews.go.com/PollingUnit/voted-live-hampshire-primary-exit-poll-analysi s/story?id=36805930

  • RE: Wieselliebe

    drui (MdPB), 10.02.2016 03:37, Antwort auf #34
    #35

    So, ich geh jetzt mal ins Bett (14% ausgezählt), Sanders und Trump haben erwartungsgemäß und deutlich gewonnen, Kasich scheint 2. zu werden, Bush, Cruz und Rubio streiten um die Plätze 3-5. Schlecht va. für Rubio, Christie (dann wohl raus) und das Establishment (Kasich, Rubio und Bush nehmen sich weiterhin gegenseitig die Stimmen weg).

  • Trump und Sanders mit Kantersiegen

    Wanli, 10.02.2016 08:55, Antwort auf #31
    #36
    Um Prognosen hab ich mich ja herumgedrückt, aber so ganz kann ich's doch nicht lassen.

    Hm, die folgenden Zeilen hätte ich mir wohl besser erspart. Als ich gegen Mitternacht das Bild von dem zwei Meilen langen Stau vor einem Wahllokal gesehen habe, schwante mir schon Böses, nämlich:

    http://www.nydailynews.com/news/new-york-daily-news-front-pages-presidential-ele ction-gallery-1.2512941

    Nebenbei ein wirklich übles Ergebnis für Washingtons Power Broker; unsere Märkte zum Super Tuesday macht es auch nicht einfacher...

    Stand der Auszählung momentan bei 89%:

    http://www.wmur.com/politics/2016-full-new-hampshire-presidential-primary-electi on-results/37649066

    Bei den Reps kommt Wahlfieber auf kein gutes Ergebnis (Trump halt deutlich besser als von uns geschätzt), bei den Demokraten dagegen scheint unsere Prognose ziemlich gut zu sein.

  • New Hampshire: noch eine Nachlese

    Wanli, 10.02.2016 20:23, Antwort auf #36
    #37

    Bei den Republikanern lag unsere Prognose weiter ab vom Endergebnis als auf der anderen Seite, aber hier waren ja auch deutlich mehr Variablen im Spiel und die Volatilität war viel größer. Das ist halt das Aufregende an diesen Vorwahlmärkten - am Samstag lag ich noch deutlich vorne im Kandidatenmarkt, alles schien perfekt zu laufen, dann folgten sechs Minuten Debattendesaster eines Marco Rubio und ein vor wenigen Tagen noch unwahrscheinlich anmutender Ausgang der Abstimmung in New Hampshire, und mittlerweile hat mich Saladin im Markt überholt. So schnell kann's gehen in diesem wirklich speziellen Markt.

    Wie bei den Demokraten gab es auch in New Hampshire einen Aufstand gegen die Etablierten:

    The tight grip of oligarchy upon the American political system slipped a little last night in New Hampshire. [...] For 20 years and more, Republican presidential contests have operated as a policy cartel. Concerns that animate actual Republican voters—declining middle-class wages, immigration, retirement security—have been tacitly ruled out of bounds. Concerns that excite Republican donors—tax cuts, entitlement reforms—have been more-or-less unanimously accepted by all plausible candidates. Candidates competed on their life stories, on their networks of friends, and on their degree of religious commitment—but none who aspired to run a national campaign deviated much from the economic platform of the Wall Street Journal and the Club for Growth.

    This year’s Republican contest, however, has proved a case study of Sigmund Freud’s “return of the repressed.” Republicans, it turns out, also worry about losing health care. They also want to preserve Social Security and Medicare in roughly their present form. They believe that immigration has costs, and that those costs are paid by people like them—even as its benefits flow to employers, investors, and foreigners. They know that their personal situation is deteriorating, and they interpret that to mean (as who wouldn’t?) that the country is declining, too. “Hope,” “growth,” “opportunity,” “choice”—those have long since dwindled to sinister euphemisms for “less,” “worse,” and “not for you.”

    More than $110 million was invested in a single campaign to silence all those internal doubts. Between them, the so-called “establishment lane” candidates spent a combined $81.8 million of campaign and super PAC funds in New Hampshire alone. And what did it all buy? Everything that was supposed to be out is suddenly in. Everything that was supposed to be silenced is suddenly being said.

    http://www.theatlantic.com/politics/archive/2016/02/democracy-won-in-new-hampshi re/462129/

    Egal, wohin man schaut: Überall wird den republikanischen Eliten in Washington nachgesagt, die Kontrolle über den Vorwahlprozess verloren und eine gewaltige Schlappe kassiert zu haben:

    In linken Medien:

    http://nymag.com/daily/intelligencer/2016/02/gop-establishments-tragedy-of-the-c ommons.html

    https://newrepublic.com/article/129585/donald-trumps-enormous-new-hampshire-vict ory-crippling-blow-gop

    In konservativen Publikationen:

    http://www.nationalreview.com/corner/431079/trump-cruz-are-nh-winners-armageddon -gop-establishment

    http://www.washingtonexaminer.com/byron-york-decisive-trump-victory-sends-gop-es tablishment-reeling/article/2582918

    Bei politischen Journalisten, die nicht so klar zuzuordnen sind:

    http://www.electoral-vote.com/evp2016/Pres/Maps/Feb10.html#item-1

    http://www.politico.com/story/2016/02/new-hampshire-trump-rubio-abyss-219062

    New Hampshire war deshalb so desaströs, weil es einige verbreitete Überzeugungen über den Haufen warf: Trumps Ergebnis in Iowa war ja deutlich hinter den Umfragen zurückgeblieben; eine gegenüber anderen Kandidaten klar überdurchschnittliche Zahl von Fans war nicht wählen gegangen, die Spätentscheider in der gesamten Wählerschaft hatten sich dann letztendlich eher für Trumps Kontrahenten als für den Donald entschieden. Wie viele andere nahm auch ich an, Trumps Ergebnis in New Hampshire werde aufgrund vergleichbarer Tendenzen hinter seinen Umfragewerten zurückbleiben; letztendlich war aber das Gegenteil der Fall - Glückwunsch an die stolzen Besitzer vieler Trump-Aktien.

    Auch das Establishment dürfte von einer solchen Verzerrung der Zahlen ausgegangen sein, vielleicht auch verstärkt durch eine Beobachtung, die republikanische Funktionäre dem oben verlinkten Journalisten des Washington Examiner mitteilten: Sie gaben oft an, gar keine Trump-Fans zu kennen. Tja, letztere mögen nicht in der Partei aktiv sein (oder sich einfach nicht öffentlich zu ihrem Idol bekennen), aber es gibt sie offenbar doch und sie gehen wählen. Wäre Trumps Sieg zehn Punkte niedriger ausgefallen, wie ja von uns prognostiziert, hätte man ihn in der GOP vielleicht noch mit einem Schulterzucken quittiert, aber 35%, mehr als doppelt so viel wie der Zweitplatzierte, sind schon ne ordentliche Hausnummer. Man wird die Umfragen zu den folgenden Vorwahlen jetzt sicher ein wenig anders bewerten, auch hier.

    Noch viel härter wird den Parteifürsten natürlich zu schaffen machen, dass sich kein unumstrittener Kandidat derjenigen Republikaner herauskristallisiert hat, welche sowohl Trump als auch Cruz nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen. Bis zum Samstag sollte das noch Rubio sein, der für viele der Parteioberen zwar etwas zu konservativ daherkommen mochte, dafür aber das Potenzial zu haben schien, mehreren wichtigen Gruppierungen in der Partei zu gefallen: Er hat seine politischen Wurzeln in der konservativen Basisbewegung der Tea Partys, kommt aber auch mit den etwas pragmatischeren Senatoren und Kongressabgeordneten klar, mit fernsehtauglichem Gesicht, jung, mit reichenfreundlicher Programmatik und gleichzeitig der Herkunft aus einfachen Verhältnissen. Rubio peilte offen den zweiten Platz an, nach seinem Patzer wird es wohl der FÜNFTE werden - peinlich. Noch schlimmer, dass gerade dieser Patzer keine Schlappe ist, die man with a little help from my friends überwindet, sondern eine gravierende Schwäche des Kandidaten aufgezeigt hat: in Stressituationen nicht die Ruhe und einen kühlen Kopf zu bewahren.

    Genau wie Rubio wird auch Bush weitermachen nach diesem Ergebnis - der Mann hat zwar schon etwa 60 Millionen ausgegeben, 20 Millionen allein für Fernsehspots gegen Rubio, und wurde dafür belohnt mit einem kaum erwähnenswerten Stimmenanteil in Iowa und einem vierten Platz in New Hampshire, ein halbes Prozent vor dem schwer angeschlagenen Gegner Nr. 1, aber hej: Ungefähr sechzig Millionen soll er noch zu investieren haben, mit so einer Kriegskasse gibt man nicht auf, zumal er auch in weiteren Vorwahlstaaten über eine ordentliche Organsisation verfügen soll. In South Carolina hat er die Unterstützung eines US-Senators, dessen Kollege Wahlkampf für Marco machen wird - weiß der Himmel, wie das ausgeht und wie lange die beiden sich (und nicht Donald oder Ted) noch beharken werden.

    Natürlich macht auch Kasich weiter - der einzige der Gouverneure, der in New Hampshire ein recht vorzeigbares Ergebnis erzielt hat, weit vor der Konkurrenz. Der allerdings hat in den nächsten Staaten dafür wohl am wenigsten investiert, unterm Strich wohl weniger Geld als die beiden anderen und (zu Unrecht) an der Basis das Image, irgendwie ganz schön links zu sein. Ach ja: Am 15. März stimmt Ohio ab, wo Kasich sehr populär ist, sein Staat ist zudem unter den ersten WTA-Staaten; durchaus ein Grund für Kasich, länger im Rennen zu bleiben.  Am Samstag konnte das Parteiestablishment also noch hoffen, mit einem strahlenden, konsensfähigen Standartenträger in South Carolina einzufallen, jetzt ist klar, dass sich die drei eben Genannten dort unerbittlich beharken werden, und das in einem Staat, in dem Politik gern mal auf die besonders schmutzige Art betrieben wird.

    Für einen dürfte die Reise allerdings beendet sein: Chris Christie ist von New Hampshire nicht wie eigentlich geplant nach South Carolina, sondern zurück nach New Jersey gereist, will jetzt nachdenken. Chris dürfte den weiteren Vorwahlprozess also wohl vom heimatlichen Sofa aus verfolgen.

    http://talkingpointsmemo.com/livewire/cnn-chris-christie-drop-out

    Fiorina und Carson? Hoffnungslose Fälle, aber vermutlich sowieso nicht im Rennen, um Präsidentschaftskandidat zu werden. Mal sehen, wie lange sie den Zirkus noch als lukrativ empfinden.

    Bleibt noch ein Kandidat zu diskutieren, der mir bekanntlich besonders am Herzen liegt. Nachdem eines meiner beiden exilkubanischen Standbeine gerade überraschend amputiert worden zu sein scheint (hoffe natürlich noch auf ein Comeback - Bush und Kasich sind jetzt auch nicht die Übergegner), hält mich momentan nur noch das Wiesel im Rennen. Und gerade an dem scheiden sich die Geister: Während ElectoralVote Cruz einen klaren Verlierer des gestrigen Abends nennt und er in unserem Markt ordentlich verloren hat, ging es beim amerikanischen Pendant PredictIt (leicht) nach oben und Chait (nymag.com) und die National Review sehen ihn als Gewinner des Ergebnisses, trotz überschaubaren Erfolgs an der Wahlurne (alle Links oben). Time will tell.

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    EDIT: Kleiner vorzeitiger Nachruf auf Christie: In der Werbepause der letzten Debatte soll Trump ihn am Arm gepackt und bewundert geflüstert haben (bezogen auf die Konfrontation mit Rubio): "Oh Gott, war das brutal. Großartig." Es gibt also noch echten Respekt unter den Kandidaten - zumindest für das besonders öffentlichkeitswirksame Ausweiden eines Konkurrenten. Echte Sympathieträger. ^.^

  • Aussteigerin

    Wanli, 10.02.2016 22:17, Antwort auf #37
    #38
  • Kasich-Aktie?

    drui (MdPB), 11.02.2016 04:20, Antwort auf #38
    #39

    Man kann davon ausgehen, dass Bush, Kasich und Rubio bis zum Super-Tuesday weitermachen, da wäre eine Kasichaktie ev. nicht schlecht. Für die Super-T-Märkte könnten wir noch etwas abwarten, wie sich die Loser + Kasich in SC und Nevada schlagen.

  • Vorwahlen: der Teufel im Detail

    Wanli, 11.02.2016 17:07, Antwort auf #39
    #40

    Man kann davon ausgehen, dass Bush, Kasich und Rubio bis zum Super-Tuesday weitermachen, da wäre eine Kasichaktie ev. nicht schlecht.

    Warum nicht? Dann hätte allerdings jeder noch vertretene Kandidat seine eigene Namensaktie; die Aktie "Andere" würde (gut, neben Jim Gilmore) nur noch die Möglichkeit abdecken, dass keiner eine Mehrheit der Delegierten erhält UND dann auf der Convention ein Mitt Romney oder Paul Ryan als Kompromisskandidat aus dem Hut gezaubert wird. Flankierend könnte man aber auch mal erwägen, Walker, Fiorina und demnächst Christie zu entfernen.

    Willkommen in der faszinierenden Welt der Vorwahlregularien; die folgende Aufstellung soll mal verdeutlichen, WIE bitter es für Gegner von Cruz und Trump ist, dass in New Hampshire keine Einigung auf einen Gegenkandidaten stattgefunden hat. Ihr findet hier die Regeln für die Zuteilung der Delegierten nach einem Primary oder Caucus. "Hürde" beschreibt dabei, wie viel Prozent der Stimmen ein Kandidat erhalten muss, um überhaupt Delegierte erhalten zu können. In New Hampshire lag diese Hürde bei 10%, in den jetzt folgenden Staaten ist sie teilweise deutlich höher. Wer drunter bleibt, geht leer aus. Überschreitet der Stimmenanteil eines Kandidaten (je nach Staat landesweit gerechnet oder - meist - auf die Wahlkreise zum Repräsentantenhaus bezogen) den unter "WTA-Schwelle" genannten Wert, kriegt der Gute mal eben alle Delegierten (des Staates oder Wahlkreises), schwupps. Manche Staaten sehen auch ein "WTA durch die Hintertür" vor; gibt es nur einen Kandidaten, der die Basishürde (zum Beispiel 20%) überspringt, bekommt er ebenfalls alle Delegierten. South Carolina ist noch ein Sonderfall; mehr als die Hälfte der Delegierten wird schlicht dem Gewinner des Staates zugeschrieben, die restlichen gehen an die Sieger der jeweiligen Wahlkreise.

    Hier die Übersicht:

    Im Februar:

    South Carolina: WTA landesweit (29 Delegierte), WTA in Wahlkreisen des Repräsentantenhauses (21 Delegierte)

    Nevada: Hürde: /  -  WTA-Schwelle: /

    ------------------------------------------------------------------------------------------

    Super Tuesday:

    Alabama:  Hürde: 20%  -  WTA-Schwelle: 50%  -  "WTA durch die Hintertür"

    Alaska: Hürde: 13%  -  WTA-Schwelle: /  -  "WTA durch die Hintertür"

    Arkansas: Hürde 15%  -  WTA-Schwelle: 50%

    Georgia: Hürde 20%  -  WTA-Schwelle: 50%  -  "WTA durch die Hintertür"

    Minnesota: Hürde 10%  -  WTA-Schwelle: 85%  -  "WTA durch die Hintertür"

    Oklahoma: Hürde 15%  -  WTA-Schwelle: 50%  -  "WTA durch die Hintertür"

    Tennessee: Hürde 20%  -  WTA-Schwelle: 67%  -  "WTA durch die Hintertür"

    Texas: Hürde 20%  -  WTA-Schwelle: 50%

    Vermont: Hürde 20%  -  WTA-Schwelle: 50%  -  "WTA durch die Hintertür"

    Virginia: Hürde: /  -  WTA-Schwelle: /

    Kansas: Hürde 10%  -  WTA-Schwelle: /

    http://frontloading.blogspot.de/p/2016-republican-delegate-allocation-by.html

    Sieht kompliziert aus, ist es auch - es gibt durchaus noch weitere verkomplizierende Extraregeln, aber bereits diese Übersicht macht klar, warum das Überleben von gleich drei dem Establishment genehmeren Kandidaten ein echtes Problem ist: Alle drei ZUSAMMEN werden deutlich weniger Delegierte bekommen als ein einzelner Konsenskandidat. Wäre New Hampshire anders gelaufen, Rubio hätte weit vor den anderen gelegen und diese hätten daraufhin die Segel gestrichen, dann könnte Marco ziemlich sicher überall die ominöse Basishürde nehmen. Mit drei Kandidaten dagegen kann es gut sein, dass alle drei zum Beispiel in Tennessee unter 20% bleiben und Trump und Cruz sich sämtliche Delegierte teilen können (oder einer der beiden sogar alle abräumt, obwohl er vielleicht nur 30% der Stimmen bekommt).

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