Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

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  • Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    RogerG, 26.09.2006 18:47
    #1
    Da in einem nicht ganz passenden, und mittlerweile unübersichtlichen Thread, mit viel Energie und noch mehr Halbwahrheiten über Drogen philosophiert wird: Hier ein paar Anregungen meinerseits:

    Ob man sich angesichts der volkswirtschaftlichen Schäden und des massenhaften Elends (ca. 5% der Bevölkerung ist Alkoholkrank im Endstadium, locker ein Drittel pflegt einen regelmässigen zumindest sehr ungesunden Missbrauch) unbedingt noch mehr Drogen legalisieren muss, ist zurecht zu überdenken.

    Das aber zB THC-haltige Produkte, die in ihrer Wirkung im Gegensatz zum Alkohol nicht körperlich abhängig machen, und auch in ihrer psychischen Auswirkung weniger Langzeitschäden zeigen, verboten sind ist medizinisch nicht nachvollziehbar. Wer sich einmal die Woche einen Joint reinzieht, schädigt sich vom medizinischen Standpunkt weniger, als jemand der in der Woche 7 Krügerln runterspült. Letztlich hinterlassen die Drogen in beiden Fällen genug Wirkung, dass jene die schlechter damit umgehen können am besten ganz die Finger davon lassen sollten.

    Umgekehrt wird die ungleich schädlichere Droge Alkohol von machen fröhlich verniedlicht: Wer behauptet ein 1/8 nur des Genusses wegen zu drinken, belügt sich schlicht selbst. Ebensolches gilt für Kaffee, Zigaretten und andere psychoaktive Mittel:

    Eine Droge wird genommen um Wirkung zu erzielen. Alles andere ist verlogenes Blabla.

    Wem bitte hat seine erste Zigarette, das erste Glas Weisswein wirklich so toll gemundet? Ich kenne nur wenige Ausnahmen. Praktisch alle gewöhnen sich bei regelmässigen Konsum an den Geschmack, bzw nehmen ihn der Wirkung wegen in kauf, und bilden sich irgendwann ein, das eine scheusliche Zigarettenmarke besser schmeckt als eine andere, oder die eine saure Pampe von Wein besser ist als eine andere Sorte. Gourmets sozusagen. Und wenn man sich schon erfolgreich selbst sugeriert, dass einem das Zeug schmeckt, kann man sich ja praktischer Weise gleich dahingehend belügen das der eigene Drogenkonsum nichts mit Drogen zu tun hat.

    Letztlich gibt es keine besseren oder schlechteren "weichen" Drogen, sondern auf den einzelnen bezogen Drogen die er im Griff hat, und welche von denen er besser die Finger lassen sollte. Insofern geht auch die Alkohol versus Hanf Diskussion am eigentlichen Thema vorbei: Wer mit Hanf besser umgehen kann als mit Alkohol ist mit dieser Droge sicher besser dran, und umgekehrt.

    Angesichts der Scheinheiligkeit mit der die Drogendiskussion in Österreich geführt wird, wundert es nicht, dass es hunderttausende (Alkohol)Süchtige im Land gibt.

    Apropos Scheinheiligkeit: schon vom rein wirtschaftlichen Standpunkt ist eine kontrollierte Abgabe von (auch harten) Drogen an bereits Süchtige sinnvoll, da es erstens den illegalen Markt unrentabel macht, da so die besten Kunden ausfallen. Weiters gibt es weniger medizinische Notfälle aufgrund schlechter Qualitäten, die Beschaffungskriminalität sinkt, und man kann mit den kranken Menschen den notwendigen Kontakt zum Ausstieg herstellen. Das man zu zum Teil schädlicheren Ersatzsubstanzen greift, nur um hier keinen Aufschrei zu riskieren ist eine der vielen Sinnlosigkeiten in diesem Bereich.
  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    pimaniac, 26.09.2006 19:14, Antwort auf #1
    #2
    Bei diesem Thema stört mich vor allem die Scheinheiligkeit der Politiker...

    Die Grünen stehen wenigstens zu einer Legalisierung vom Kiffen, was zumindest zu ihrer internen Politik passt wo sowas akzeptiert wird. Was mich wirklich zum kotzen anregt is diese grausliche Scheinheiligkeit vor allem der blauen (von denen weiß ichs) Politiker (und wahrscheinlich auch manch schwarz/oranger) die zwar ueber "Illegale" Drogen und vor allem die dazugehörigen Drogendealer schimpfen selbst aber dem Koksen nicht allzu abgeneigt sind. Ich möcht hier echt keine Namen nennen, war aber schon selbst "dabei" wie sowas passiert is...
  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    ThomasK, 26.09.2006 19:17, Antwort auf #2
    #3
    > ... Ich möcht hier echt keine Namen nennen, war aber schon
    > selbst "dabei" wie sowas passiert is...

    schade. warum eigentlich nicht? ;-)

  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    ThomasK, 26.09.2006 19:18, Antwort auf #1
    #4
    danke RogerG!
  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    saladin, 26.09.2006 19:24, Antwort auf #4
    #5
    > danke RogerG!

    yup!
  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    Hephaistos, 26.09.2006 20:26, Antwort auf #1
    #6
    rauchen von cannabis ist meiner meinung nach genauso schädlich wie das rauchen von zigaretten und führt in 50% der fälle zu tödlichen herz-kreislauferkrankungen.

    also als allzu harmlos würde ich das nicht bezeichnen...

    ich habe die entsprechende forderung zwar nicht im wahlprogramm gefunden. die hauptpriorität der grünen ist die suchtprävention und die therapie.

    die entsprechende forderung findet man im grundsatz programm, soviel von "freigabe" steht da nicht, dementsprechend unwichtig ist das für die grünen realistischerweise wohl auch. (und es gibt wahrlich größere probleme als kiffen meiner meinung nach)

    das problem das ich mit drogen sehe ist nicht so der finanzielle schaden der dadurch entsteht (dann müßte man ja auch sportlichen menschen und dickeren leuten entsprechende vorschriften machen da da auch gewaltiger schaden entsteht) sondern der schaden der unmittelbaren einfluss auf andere hat, wie die leute mit drogen umgehen, z.b. im straßenverkehr.

    wenn ich mir anschaue das viele in Ö nichtmal mit alkohol umgehen können und sich stockbesoffen ans steuer setzen, na dann braucht man über cannabis wohl gar nicht reden, oder?

    leider kann man nicht unterscheiden: du kannst mit drogen umgehen du darfst sie nehmen, du fährst mit dem auto wenn du besoffen bist, darfst keine nehmen.

    lg

    heph
  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    Marlborough, 26.09.2006 20:41, Antwort auf #1
    #7
    Einige kleine Details hast du übersehen, aber nur kleine.

    Ob sich jemand schädigt oder nicht, geht dich nichts an, und, es wird die meisten davon nicht interessieren.

    Übrigens, war das eine Fatwa, da oben?
  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    Arnheim, 26.09.2006 20:44, Antwort auf #6
    #8
    > rauchen von cannabis ist meiner meinung nach genauso schädlich wie das
    > rauchen von zigaretten und führt in 50% der fälle zu tödlichen
    > herz-kreislauferkrankungen.



    Wenn jemand 40 Zigaretten pro Tag raucht, ist die Chance, dass er an einem Herzinfarkt, einer COPD oder einem Lungenkrebs verstirbt, tatsächlich recht hoch.

    Und dasselbe gilt wohl auch für einen, der 40 Joints pro Tag raucht.
    ;o)
  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    Hephaistos, 26.09.2006 20:58, Antwort auf #8
    #9
    beim cannabisrauchen entsteht ca. die 5fache menge teer wie bei normalen zigaretten.
    zudem werden wird cannabis von den konsumenten häufig mit tabak gemischt.

    um die volle wirkung zu entfalten inhalieren die raucher auch in der regel tiefer als beim normalen rauchen einer zigarette...

    ich gebe zu das die meinungen über die exakte schädlichkeit und karzinogenetät umstritten sind.

    lg

    heph
  • Re: Drogen: Von Hanf, Alkohol und anderen Märchen...

    ThomasK, 26.09.2006 23:17, Antwort auf #7
    #10
    > Einige kleine Details hast du übersehen, aber nur kleine.
    welche denn?

    > Ob sich jemand schädigt oder nicht, geht dich nichts an, und, es wird die
    > meisten davon nicht interessieren.
    Wie soll ich das verstehen? Du meinst, ob jemand Drogen konsumiert oder nicht geht die anderen nichts an? Das ist eine andere Ebene, oder?

    > Übrigens, war das eine Fatwa, da oben?
    Ist das ein Untergriff?

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