United Kingdom General Election 2019

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  • RE: Britische Wahlen 21: Fazit

    Mirascael, 09.05.2021 20:57, Reply to #227

    Hier mal mein Versuch eines Fazits:

    Interessant ist, was Du nicht erwähnst:

    Das überraschend miserable Ergebnis für den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, der mit einem enttäuschendem Ergebnis nur über die Zählung der 2. Präferenz gewann.

    Er hat meines Wissens in vielen Wahlbezirken deutlich schlechter abgeschnitten als seine Partei.

    Und in Manchester hat ein Labour-Bürgermeister abgeräumt, der sich gegen den ganzen linksidentitären Schwachsinn positioniert hat.

  • RE: Britische Wahlen 21: Fazit

    Wanli, 09.05.2021 21:29, Reply to #231

    Auf Andy Burnham bin ich hier kurz eingegangen. Allerdings klingt es bei Dir so, als sei das der Labour-Palmer; ich wüsste nicht, wie er zu dem Ruf kommt. Einfach ein ganz guter Kommunikator, der in einer Metropolregion Regierungserfahrung sammelt und vielleicht über kurz oder lang nach dem Parteivorsitz greifen könnte.

    Was Sadiq Khan in London angeht: Gut, er musste in den zweiten Wahlgang und hatte am Ende "nur" gut zehn Punkte Vorsprung vor seinem konservativen Kontrahenten, das ist in London nicht doll, aber auch keine Katastrophe. Falls er höherfliegende Karrierepläne gehabt haben sollte, mag das Ergebnis ein leichter Dämpfer gewesen sein.

    Die letzte wichtige Bürgermeisterwahl ist jetzt auch entschieden, die Metropolregion West Yorkshire geht an die Labourkandidatin. Wie oben bereits erwähnt: In den urbanen Regionen schlägt sich Labour tatsächlich ganz gut, dafür dominieren die Tories auf dem Land, zumindest in England. Man fühlt sich fast ein wenig an die Situation in den USA erinnert.

    EDIT

    Uh-oh, die neue Bürgermeisterin ist momentan noch Parlamentsabgeordnete und muss ihren Sitz nun aufgeben. Labour steht nach Hartlepool also erneut eine Nachwahl bevor; ein Selbstläufer wird das nicht:

    The West Yorkshire seat has elected a Labour MP for 24 years but the party’s majority was cut to 3,525 votes at the 2019 general election, when the Tories came runner-up with 36% of the vote.

    Labour’s Tracy Brabin elected first mayor of West Yorkshire | Elections 2021 | The Guardian

  • RE: Scottish Parliament election results: green and Scottxit won ...

    gruener (Luddit), 10.05.2021 01:02, Reply to #229

    Du machst da schon arge Verrenkungen, die linksliberale, regionalistische SNP pauschal als üble Ultranationalisten darzustellen, die diversen (und sehr unterschiedlichen) katalanischen Unabhängigkeitsparteien dagegen als verfolgte Demokraten und altruistische Freiheitsliebende. Sagen wir es doch, wie es ist: Die SNP möchte gerne zurück in die EU und sieht die Greens als Kooperationspartner dorthin an, zwei Todsünden in Deinen Augen, deswegen magst Du sie nicht, scheißegal was sie sonst so für eine Politik machen.

    Ich sehe es so, dass der Brexit ein übler Fehler war und die negativen Folgen wegen der engen Verzahnungen im gemeinsamen Wirtschaftsraum nach wie vor extrem unterschätzt werden. Die Schotten könnten mit der Unabhänigkeit und einem ev. folgenden Wiedereintritt in die EU nur einen Teil dieser Folgen rückgängig machen. Gleichzeitig würden sie sich noch schlimmere Probleme holen; Grenzkontrollen und Abriegelungen zu UK, gravierender Umbau bei Militär, Ölförderung, Infrastruktur, immense ökonomische und politische Kosten, etc. Mit etwas über 5 Millionen Einwohnern hat es für die EU keine große Bedeutung und kann so auf wenig Hilfe von dort hoffen, gerade weil andere EU-Staaten mit separitistischen Tendenzen hier bremsen werden. Ein EU-Beitritt ist nicht unmöglich, würde aber viele Jahre und mühsame Verhandlungen benötigen.  Die Schotten sollten und werden sich somit diesen Schritt sehr gut überlegen und brauchen dafür keine Ratschläge von Wafi-Usern, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Lasst sie abstimmen und dann wird man sehen. Und in Katalonien ebenso. Danach müsste im Falle eiens Unabhängigkeitsvotum mit UK/ bzw. Spanien und der EU verhandelt werden und eine weitere Abstimmung über ein konkretes Szenario erfolgen und nicht wie beim Brexit ein "Hauptsache raus, egal wie".

    ich meine mich sehr gut zu erinnern, dass ich in einem post zuvor ebenfalls geschrieben habe: lass sie abstimmen!

    im weiteren teile ich deine einschätzung im zweiten absatz. das wäre ein harter, steiniger weg für schottland und es ist äußerst fragwürdig, ob irgendein vorteil am ende überwiegen würde.

    selbiges dürfte auch der snp-führung bekannt sein. sie streben dennoch danach. woraus ich wiederum schlussfolgere: da sind primär fanatiker unterwegs, die nur ein ziel vor augen haben: die unabhängigkeit schottlands. koste es, was es wolle. es darf daher bezweifelt werden, ob es ihnen wirklich noch um das wohl der menschen in schottland geht.

    auch deswegen habe ich sie in einen topf geworden mit anderen nationalisten. daran ändert auch der umstand nichts, dass snp-vertreter brav und treu in der eu-fraktion grüne/efa mitgewirkt haben, in der offenbar jeder depp willkommen ist, solange er pro-eu ist, das wort klimawandel fehlerfrei buchstabieren und dreimal vor ska keller "gender mainstreaming" aufsagen kann ohne zu stottern.

    auch meine einstellung zum katalanischen widerstand ist kaum abweichend, aber ich sehe, dass dort menschen wegen ihrer meinung drastisch politisch verfolgt und sie wegen geringfügiger "vergehen" zu langjähriger haft verurteilt werden. das macht den feinen und gewaltigen unterschied und straft jene politiker lügen, die meinen, sich an die seite der snp stellen zu müssen, aber zu den repressalien in katalonien gemeinhin schweigen.

    halten wir daher fest: ein nationalist ist ein nationalist. egal ob er sich links oder rechts gibt. dessen vaterländerei finde ich, gelinde ausgedrückt, zum kotzen. ich teile seine meinung nicht, aber ich setze mich dennoch dafür ein, dass er sie ungestraft äußern darf und anerkenne im schlimmsten falle, dass eine repressive staatsmacht ein hinreichender grund sein kann, sogar eine nationalistische separationsbewegung zu unterstützen. das ist m.e. in spanien (zu einem teil) der fall, aber sicher nicht in großbritannien.

    **********

    und dann ist da noch der olle bertolt b. seine geschichte vom herrn k. zum thema nationalismus passt an dieser stelle ganz gut:

    Herr K. hielt es nicht für nötig, in einem bestimmten Lande zu leben. Er sagte: "Ich kann überall hungern." Eines Tages aber ging er durch eine Stadt, die vom Feind des Landes besetzt war, in dem er lebte. Da kam ihm entgegen ein Offizier dieses Feindes und zwang ihn, vom Bürgersteig herunterzugehen. Herr K. ging herunter und nahm an sich wahr, daß er gegen diesen Mann empört war, und zwar nicht nur gegen diesen Mann, sondern besonders gegen das Land, dem der Mann angehörte, also daß er wünschte, es möchte vom Erdboden vertilgt werden. "Wodurch", fragte Herr K., "bin ich für diese Minute ein Nationalist geworden? Dadurch, daß ich einem Nationalisten begegnete. Aber darum muß man die Dummheit ja ausrotten, weil sie dumm macht, die ihr begegnen."

    .

  • RE: Scottish Parliament election results: green and Scottxit won ...

    drui (MdPB), 10.05.2021 20:16, Reply to #233

    im weiteren teile ich deine einschätzung im zweiten absatz. das wäre ein harter, steiniger weg für schottland und es ist äußerst fragwürdig, ob irgendein vorteil am ende überwiegen würde.

    Das ist ok, wir können ja auch mal einer Meinung sein.

    auch deswegen habe ich sie in einen topf geworden mit anderen nationalisten. daran ändert auch der umstand nichts, dass snp-vertreter brav und treu in der eu-fraktion grüne/efa mitgewirkt haben, in der offenbar jeder depp willkommen ist, solange er pro-eu ist, das wort klimawandel fehlerfrei buchstabieren und dreimal vor ska keller "gender mainstreaming" aufsagen kann ohne zu stottern.

    Warum sollen sie nicht in die EFA, wenn sie doch auch in Schottland exakt die gleiche grüne, linksliberale Agenda verfolgen?

    Der Wille zur Unabhängigkeit ist in Schottland nicht nur aus historischen Grünen groß, sondern auch, weil man vom Brexit bis zur Gesetzgebung wenige bis keine demokratischen Mitspracherechte gegen das zentralistische Königreich hat. Anders als hierzulande gibt es keine Bundesländer, keinen Bundesrat und weder Schottland noch Wales oder Nordirland hatten irgendein Mitspracherecht bei EU-Eintritt oder -austritt. Von daher kann ich die Bestrebungen gut verstehen, denn die EU war immerhin ein gewisser Schutz vor der zentralstaatlichen Allmacht einer Partei, die mit 40% der Stimmen diktatorisch gegen die Interessen der kleineren Regionen regiert. Von daher wird es eine Abwägung sein, ob der Zuwachs an Selbstbestimmung, Demokratie und Freiheit die ökonomischen, strukturellen und politischen Nachteile überwiegen könnten.

    auch meine einstellung zum katalanischen widerstand ist kaum abweichend, aber ich sehe, dass dort menschen wegen ihrer meinung drastisch politisch verfolgt und sie wegen geringfügiger "vergehen" zu langjähriger haft verurteilt werden. das macht den feinen und gewaltigen unterschied und straft jene politiker lügen, die meinen, sich an die seite der snp stellen zu müssen, aber zu den repressalien in katalonien gemeinhin schweigen.

    Naja, ich sehe da exakt den gleichen Mißbrauch eines zentralstaatlichen Königreichs, hier allerdings mehr getrieben durch rechte Justiz und königstreue Nationalisten als von einer einzelnen Partei. Dabei haben die Katalanen deutlich mehr demokratische Rechte als die Schotten und die politisch Verfolgten können froh sein, dass sie zumindest teilweise in anderen EU-Staaten Schutz gefunden haben bzw. dass die EU Spanien diplomatisch (wohl zu diplomatisch) dabei bemst, wieder in Franco-Zeiten zurückzufallen.

    und anerkenne im schlimmsten falle, dass eine repressive staatsmacht ein hinreichender grund sein kann, sogar eine nationalistische separationsbewegung zu unterstützen. das ist m.e. in spanien (zu einem teil) der fall, aber sicher nicht in großbritannien.

    Da unterscheiden wir uns, Spanien ist nur deswegen repressiver, weil man in Schottland noch nicht so weit ist, eine rechtlich und staatlich halblegale/ illegale Volksabstimmung abzuhalten. Kann aber alles noch kommen.

  • RE: Scottish Parliament election results: green and Scottxit won ...

    gruener (Luddit), 11.05.2021 03:27, Reply to #234

    im weiteren teile ich deine einschätzung im zweiten absatz. das wäre ein harter, steiniger weg für schottland und es ist äußerst fragwürdig, ob irgendein vorteil am ende überwiegen würde.

    Das ist ok, wir können ja auch mal einer Meinung sein.

    auch deswegen habe ich sie in einen topf geworden mit anderen nationalisten. daran ändert auch der umstand nichts, dass snp-vertreter brav und treu in der eu-fraktion grüne/efa mitgewirkt haben, in der offenbar jeder depp willkommen ist, solange er pro-eu ist, das wort klimawandel fehlerfrei buchstabieren und dreimal vor ska keller "gender mainstreaming" aufsagen kann ohne zu stottern.

    Warum sollen sie nicht in die EFA, wenn sie doch auch in Schottland exakt die gleiche grüne, linksliberale Agenda verfolgen?

    ad 1: ich denke, da finden sich bestimmt weitere übereinstimmungen ...

    ad 2: nun, grün tut ja gerne so, als wären ihnen alle nationalisten grundsätzlich zuwider. und der nationalismus per se teufelswerk. keine frage, ich teile diese einschätzung. aber offenbar kommt es bei den grünen auf die feinabstimmung bei den jeweiligen nationalisten an. und plötzlich wird aus dem grundsätzlich bösen nationalisten ein guter nationalist. frei dem motto: der feind meines feindes ist mein busenfreund.  dieses habe ich versucht, in drei punkten zynisch zusammenzufassen.

    ******

    zu schottland: ich habe nicht den blassesten schimmer, ob sich nicht auch dieser konflikt ernsthaft zuspitzen könnte. aber ich denke nicht, dass boris johnson seine schottische amtskollegin für viele jahre in den tower von london oder in einen berüchtigten h-tract sperren lassen wird, nur weil sie in schottland ein weiteres unabhängigkeitsreferendum dürchführen lässt. auch denke ich nicht, dass es irgendwelche verrückten und politisch aktiven juristen - analog zum  madrider spitzenkandidaten der C's - geben wird ,die nicola sturgeon deswegen ob "aufwiegelung" anklagen würden und damit vor gericht auch noch durchkämen. das ist halt der feine unterschied zwischen einem bösen unrechtssystem, das so frech war, die eu zu verlassen, und einem wirklich guten rechtssystem, das die eu als eines der treuen ihren trotz aller repressalien und menschenrechtsverletzungen duldet und liebkost. aber was soll man auch anderes von einem staatenbund erwarten, der jährlich tausende von flüchtlingen im miitelmeer sehenden auges - ich finde kein passenderes wort, also: - verrecken lässt?

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