Präsidentschaftswahl 2020: die Ausgangslage

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  • RE: Miese Verräter / Rating der Demoskopen

    drui (MdPB), 23.05.2020 17:07, Antwort auf #210

    Siehe da: Die FOX-Polls haben laut Nate Silver tatsächlich einen leichten Bias zugunsten der Demokraten, welche hier relativ konstant leicht überschätzt werden.

    Ja, und ich tendiere zur Auffassung, dass hier im kleineren Maße "gespint" wird. Auffällig sind bei Fox (und bei Rasmussen) die Ausschläge nach oben und unten, je nachdem, wie man den Hauptrezipienten der Umfragen (Donald Trump) beeinflussen möchte. Baut er mehr Scheiß als üblich, will man ihm das ev. durch die Blume mitteilen, ebenso, wenn er wieder etwas in die Mitte rückt. Es ist ja völlig unplausibel, dass es innerhalb weniger Wochen mal 9%, 0% und 8% Vorsprung eines Kandidaten gibt, "rally round the flag" hin oder her (zumal sich Trumps Approvalwerte um max. 2% verändert haben während dieser Zeit). Rasmussen hat dabei aber einen klaren Pro-Trump bzw. Pro-Gop-Effekt, weswegen 538 immer 5% abzieht bei Trumps Approvalwerten, parteiischer ist nur noch Harris. Bei beiden werden Trumps Fettnäpfchen tendenziell mehr abgestraft als bei seriöseren Instituten, schellen dann aber ebenso stark wieder zurück, wenn sich die Lage "normalisiert".

    Bei CNN und NBC vermute ich ähnliche Spins zur Beeinflussung der Dems. Die jüngsten skurilen Umfragen zu Trumps Führung in Swing States insgesamt sollen wohl als Warnung dienen, sich nicht zu sicher zu fühlen. Jedenfalls decken sie sich nicht mit einzelnen Umfragen in den Swing States bzw. zu den Senatswahlen dort bzw. zu den nationalen Umfragen.

    CNN is the latest outlet to publish a poll finding that while voters on the whole prefer Joe Biden (51% to 46%) to Donald Trump, voters in battleground states prefer Trump (52% to 45%). (...)

    We are not entirely sure what to make of polls like this, especially since they don't break their numbers down by state. On top of that, CNN's finding in the swing states cannot be reconciled with the state-level polls that we're seeing. You could go through our database, and take Trump's best recent poll in each of the 15 battleground states (as the list is defined by CNN), and he still wouldn't be up 7 points on Joe Biden. We have to wonder if their model of the electorate is a little wonky.

    https://www.electoral-vote.com/evp2020/Pres/Maps/May19.html#item-6

    Ich glaube nicht, dass das Model "wonky" ist bzw. dass die Nichtaufführung einzelner Ergebnisse in den befragten Staaten zufällig ist, das ist wohl spin. Man will die Sache spannend halten bzw. ein erwartbares "Comeback" Trumps zum sich nähernden Wahltermin kleiner. Umgekehrt wird dieses "Comeback" bei Fox und Co. überdimensional groß sein.

  • Trump spielt Golf in Virginia

    drui (MdPB), 23.05.2020 22:48, Antwort auf #211

    Gut, das ist es jetzt nicht größte Überraschung des Jahrtausends, aber der Zeitpunkt ist gut gewählt. Just zu dem Zeitpunkt, bei dem die Zahl der an Covid19 gestorbenen US-Amerikaner die 100 000 übertrifft, setzt Trump Prioritäten und winkt in die Kameras. Will er die Wahl überhaupt noch gewinnen?

    Trump hat 27 mal (!) über Obama getweetet, als der angeblich Golf gespielt hat, statt sich um Wichtigeres zu kümmern:

    https://www.sbnation.com/golf/2017/3/27/15073086/donald-trump-tweets-barack-obam a-golf

  • RE: Trump spielt Golf in Virginia

    gruener (Luddit), 24.05.2020 03:02, Antwort auf #212

    Gut, das ist es jetzt nicht größte Überraschung des Jahrtausends, aber der Zeitpunkt ist gut gewählt. Just zu dem Zeitpunkt, bei dem die Zahl der an Covid19 gestorbenen US-Amerikaner die 100 000 übertrifft, setzt Trump Prioritäten und winkt in die Kameras. Will er die Wahl überhaupt noch gewinnen?

    Trump hat 27 mal (!) über Obama getweetet, als der angeblich Golf gespielt hat, statt sich um Wichtigeres zu kümmern:

    ich bitte dich!

    wenn du diesen maßstab an alle politiker anlegen würdest ... ja dann. ja dann hättest du mich längst in radikaltät überrundet. und würdest mich beschimpfen, weil ich so mainstreamlastig daher komme.

    menno, lass den doch verdammt noch mal golfen. dann unternimmt er womöglich endlich mal was gescheites. mir persönlich ist ja ein während einer bedrohlichen, weltweiten krise den golfschläger schwingender us-präsident millionenfach lieber als eine us-präsidentin, die den weltball derweil kriegerisch destabilisiert hätte. (ja doch, ich weiß, an der stelle werden wir nie zu einander finden. du wolltest partout clinton, ich zunächst den ollen bernie, und danach habe ich - rein prognostisch - auf trump gesetzt. andererseits: clinton im white house. wir würden dann weder über fff jammern noch darüber, dass die grünen prozentual so abheben. hätte ja u.u. auch was.)

    dass bestimmte moralinsaure pseudo-empörungen denjenigen, auf die es im november ankommt, zumeist am arsch vorbeigeht, ist dir sicherlich klar.

  • Friedensfürst

    Wanli, 24.05.2020 12:21, Antwort auf #213

    mir persönlich ist ja ein während einer bedrohlichen, weltweiten krise den golfschläger schwingender us-präsident millionenfach lieber als eine us-präsidentin, die den weltball derweil kriegerisch destabilisiert hätte.

    Die Alternative zum Golfspiel wären in der gegenwärtigen Situation sicher keine Kriegseinsätze, sondern einfach mal langfristiger angelegtes, konsequentes Krisenmanagement - wie es fast alle anderen Staaten der Welt im Rahmen ihrer Möglichkeiten und mit unterschiedlichem Geschick eben derzeit praktizieren.

    Wahlkampf funktioniert immer auch über Symbole, über Bilder, die eine komplexe Realität unmittelbar und emotional illustrieren. Und da funktioniert das Golfspiel des Präsidenten sehr gut; das zeigt sowohl die Tatsache, dass der Donald selbst Obama dessen Golfspiel zigmal vorwarf - obwohl die damaligen Krisen überschaubarer waren und 44 nie ernsthaft in dem Verdacht stand, seinen Amtspflichten nicht nachzukommen - und andererseits die Reaktion der Demokraten, Donalds Hobby stante pede zu einem Wahlkampfspot zu veredeln.

    https://twitter.com/JoeBiden/status/1264374557860716544

    Zudem findet Drumpf neben seinem Golfspiel genügend Anlässe, den Weltfrieden zu bedrohen. Nach der Aufkündigung des INF-Vertrags folgt nun die des OH-Vertrags, eines weiteren Regelwerks also, das nach Ende des Kalten Krieges Vertrauen zwischen den Nuklearmächten bilden und die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges vermindern sollte. Die einzige verbliebene Rüstungsbegrenzung zwischen den einstigen Supermächten, New START, läuft im Februar 2021 aus - unwahrscheinlich, dass Drumpfs Regierung eine Verlängerung anstreben wird.

    https://www.electoral-vote.com/evp2020/Pres/Maps/May22.html#item-2

    Schon vor der jüngsten Aufkündigung des vertrauensbildenden OH-Vertrags, im Januar nämlich, warnte das Bulletin of the Atomic Scientists:

    Faced with this daunting threat landscape and a new willingness of political leaders to reject the negotiations and institutions that can protect civilization over the long term, the Bulletin of the Atomic Scientists Science and Security Board today moves the Doomsday Clock 20 seconds closer to midnight—closer to apocalypse than ever. In so doing, board members are explicitly warning leaders and citizens around the world that the international security situation is now more dangerous than it has ever been, even at the height of the Cold War.

    Civilization-ending nuclear war—whether started by design, blunder, or simple miscommunication—is a genuine possibility.

    https://thebulletin.org/doomsday-clock/current-time/

    Seit zwanzig Jahren wurde vor der Entstehung neuer Viren samt Gefahr eines Pandemie gewarnt, über Expertenkreise drang diese Botschaft jedoch kaum hinaus - wir Normalos konnten und wollten uns eine Katastrophe dieser Art schlicht nicht vorstellen, kontrastierte sie doch mit dem für selbstverständlich gehaltenen geregelten Alltag, an den wir uns über lange Zeit gewöhnt hatten.

    Vergleichbar verhält es sich mit der nach wie vor gegebenen nuklearen Bedrohung: Stoff für Gruselgeschichten, mehr nicht. Doch der Orangene tut sein Möglichstes, um die Wahrscheinlichkeit einer desaströsen Eskalation (oder schlicht eines Missverständnisses) zu erhöhen. Aber genügend Leute werden weiterhin glauben, Clinton wäre eine grössere Gefahr für den Weltfrieden gewesen als der GröPaZ - keine Nachricht ist halt so hart wie das Brett vor dem eigenen Kopf.

    EDIT

    Hier ganz nebenbei die Titelseite der heutigen Ausgabe der New York Times mit den Namen von tausend der beinahe 100.000 amerikanischen Corona-Opfern:

  • RE: Friedensfürst

    drui (MdPB), 24.05.2020 16:21, Antwort auf #214

    Du verstehst mich falsch, was war kein moralinsaurer Tadel, sondern reine Verwunderung, warum seine PR-Abteilung im Tiefschlaf verweilt oder ob Trump inzwischen völlig beratungslos agiert. Wenn ich den vorigen Präsidenten 27 mal dafür kritisiere, dass er in wichtigen Momenten statt zu arbeiten Golf spielt, gehe ich besser nicht gerade dann demonstrativ auf dem eigenen Golfclub spielen, wenn der Hundertausendste Landsmann oder Landsfrau wegen meinem Versagen die Radieschen von unten anschauen muss. Das lenkt nun nicht gerade von der Zahl ab.

    (ja doch, ich weiß, an der stelle werden wir nie zu einander finden. du wolltest partout clinton, ich zunächst den ollen bernie, und danach habe ich - rein prognostisch - auf trump gesetzt. andererseits: clinton im white house. wir würden dann weder über fff jammern noch darüber, dass die grünen prozentual so abheben. hätte ja u.u. auch was.)

    Auch da missverstehst Du mich. Ich habe die demokratische Entscheidung der Dems akzeptiert, anstatt zu schmollen. Sanders wäre in vielen Bereichen der bessere Präsident gewesen (außer bei Schusswaffen und Minderheitenrechte), gerade außenpolitisch. Aber er hatte schon gegen Clinton keine Chance und hätte sie auch nicht 2016 gegen Trump gehabt. Hillary hätte keine neuen Kriege begonnen, die hysterischen Kriegstreibervorwürfe kann ich nicht nachvollziehen, worauf beruht das? Sie hat für den Irakkrieg gestimmt, ja, wie viele Dems und alle Republikaner (und Trump war ja auch dafür). Der Drohnenkrieg ist unter Trump kein Thema mehr, obwohl er ihn ausgeweitet hat. Hätte sie in Syrien mehr Chaos und Tote verursacht als Trump in Kooperation mit Erdogan und Putin? Zweifelhaft. Hätte sie die Kriege in Libyen und Jemen so unterstützt bzw. laufen lassen wie Trump? Noch mehr Blutvergießen im Nahen Osten oder Arschkriecherei bezüglich Israel?Ich glaube das nicht, aber es ist Spekulation. Meiner Meinung nach sitzt Du einer Jahrzehnte langen Propaganda der GOP auf, die Hillary zum Feindbild Nr.1 in den USA gemacht hat, spätestens seit Bin Laden tot ist.

    Edit:

    Im anderen Forum haben wir über Covid19 bei den Streng-Religiösen diskutiert. Falls sich jemand wundert, warum Trump gerade unbdedingt alle Kirchen "öffnen" möchte für seine Groupies und Corona: Er hat aktuell Probleme bei dieser Zielgruppe.

    One GOP official said the dip in the president’s evangelical support also appeared in internal party polling, but disputed the notion that it had caused panic. Another person close to the campaign described an April survey by the Public Religion Research Institute, which showed a double-digit decline in Trump’s favorability among white evangelicals (-11), white Catholics (-12) and white mainline protestants (-18) from the previous month, as “pretty concerning.”

    https://www.politico.com/news/2020/05/22/trump-churches-evaneglicals-coronavirus -274842

    Und was kann die Zweifel besser ausräumen, als eine anständige ansteckende Grippe?

  • Rassismus tötet

    Eckhart, 27.05.2020 16:28, Antwort auf #215


    :-(

  • RE: Rassismus tötet - Trumpsche Tradition

    an-d, 01.06.2020 14:01, Antwort auf #216
  • RE: Präsidentschaftswahl 2020: 68 Übergriffe auf Journalisten

    an-d, 02.06.2020 22:49, Antwort auf #217

    Brutale Gewalt gegen Journalisten bei Protesten

    Reporter ohne Grenzen (RSF) ist entsetzt über die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in den USA, die nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd über Proteste gegen Polizeigewalt berichteten. Innerhalb weniger Tage kam es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende,...

    https://www.reporter-ohne-grenzen.de/usa/alle-meldungen/meldung/brutale-gewalt-g egen-journalisten-bei-protesten/

  • RE: Präsidentschaftswahl 2020: 68 Übergriffe auf Journalisten - aber wer lässt da schlagen?

    gruener (Luddit), 03.06.2020 01:48, Antwort auf #218

    nachgefragt

    vorausgeschickt:

    1 x ist zufall, 2 x ist schon etwas merkwürdig, bereits 3 x ist bekanntlich eine serie...

    inhaltliches:

    der verlinkte bericht von reporter ohne grenzen  listet fünf stadte auf. in denen es auffällige übergriffe auf journalisten gegeben hat: las vegas, louisville, minneapolis, phoenix, washington d.c.

    die festhaltung:

    es kann kein zufall sein, dass vier der fünf städte von demokraten (1 x unabhängige) regiert und vier der fünf staaten, in denen diese fünf städte liegen, ebenso von demokraten kontrolliert werden. (1 x republikaner)

    die unangenehme these:

    trump heizt die stimmung verbal an. vor ort lassen vermehrt demokratische regierungen - ganz im trumpschen sinne - brutal zuschlagen. offenbar auch und gerne gegen die sogenannte freie presse. - zudem glaube ich nicht an zufälle.

  • If I didn't have a primary, I wouldn’t care

    drui (MdPB), 03.06.2020 11:48, Antwort auf #219

    die festhaltung:

    es kann kein zufall sein, dass vier der fünf städte von demokraten (1 x unabhängige) regiert und vier der fünf staaten, in denen diese fünf städte liegen, ebenso von demokraten kontrolliert werden. (1 x republikaner)

    Das hat eher damit zu tun, dass Demokraten in fast allen großen Städten den Bürgermeister stellen, die Republikaner dann die auf dem Land und in Provinzstädten. Die Demos konzentrieren sich aber auf die großen, anonymen Städte, wo der gewöhnliche Polizist nicht alle seiner Bürger kennt.

    Zum Aussortieren der faulen Äpfel auf der demokratischen Seite: Der New Yorker Kongressabgeordnete (seit 1988) Elliot Engel steckt tief in der Scheiße. Er hat einen progressiven Gegenkandidaten, Jamaal Bowman, einen Schuldirektor mit dunkler Hautfarbe, ein weiterer linker Gegenkandidat hat sich auf die Seite Bowmans geschlagen und nun, kurz vor den Primaries hat er zum Thema Polizeibrutalität etwas gesagt, bei dem man sich vorher besser vergewissert, dass die Mikros aus sind (waren sie nicht): "Wenn keine Primaries wären, würde es mich nicht interessieren". Ob es nun verblüffende Ehrlichkeit war, Dummheit oder Überzeugung (einen stattlichen Bullenschnautzer hat er schon mal), lässt sich schwer sagen, aber ich vermute mal, die Primaries wird er jetzt verdientermaßen verlieren.

    https://www.politico.com/news/2020/06/02/engel-hot-mic-296963

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